
In unserem Newsletter vom 4. Dezember 2008 haben wir Sie über eine neue Funktion des Unortkatasters informiert: Unorte können gelöst werden, wenn sich die Situation vor Ort zum Positiven geändert hat. Erkennbar sind die gelösten Unorte durch einen grünen Marker. Momentan verzeichnen wir vier Ex Unorte: “Berger Brücke” in Porz, “Schulpavillon” im Quartier Lateng, “Offene Baustelle” und “Blumenkübel” auf der Burgmauer” in der Innenstadt.
Ergänzung am 7.1.09: Wenn Sie einen »Ex-Unort« entdeckt haben, bitte eine Nachricht an unser Team über das Kontaktformular senden, wir schalten dann den Marker auf grün. Besonders freuen wir uns natürlich, wenn sie ein Bild zu dem Unort hochladen, das die positive Veränderung dokumentiert.


In den letzten Monaten erschienen gleich zwei Publikationen, die unter anderem das Unortkataster thematisieren. Das im Oktober 2008 im transcript-Verlag veröffentlichte englischsprachige Buch von Uwe Seifert, Jin Hyun Kim und Anthony Moore mit dem Titel “Paradoxes of Interactivity” enthält eine Analyse zum Unortkataster, in der besonders der im Forschungsprojekt Citizen Media verfolgte Entwicklungsprozess reflektiert wird.
Doch auch in deutscher Sprache können Wissbegierige seit November 2008 Informationen zum Unortkataster nachlesen: Franz-Reinhard Habbel und Andreas Huber veröffentlichen im letzten Monat die Publikation “Web 2.0 für Kommunen und Kommunalpolitik” im vwh-verlag. In dem Buch wird herausgearbeitet, inwiefern das “Web 2.0″ - in dem die Nutzer nicht nur Konsumenten sind, sondern auch eigene Inhalte generieren - die Entstehung einer neuen Öffentlichkeit ermöglicht, die zukünftig bei der Einbeziehung der Bürger in kommunalpolitische Arbeitsabläufe eine wichtige Rolle spielen könnte.
Das Unortkataster-Team kürt den zweiten bemerkenswerten Unort: Wer sich heute auf dem Barbarossaplatz umschaut stellt sich schnell die Frage, warum dieser Ort den Namen Platz trägt. All über all Verkehrsflächen. Mehrspurige Straßen mit Abbiegerspuren in alle Himmelsrichtungen, dazu die Stadtbahn mit einer großflächigen Haltestelle. Doch damit nicht genug. Damit die Gleise auf der angeblichen Platzmitte zwischen den Bahnsteigen nicht überquert werden, wurde hier einst eine, inzwischen zur totalen visuellen Barriere mutierte Rabatte gepflanzt. User “Eh” belegt in seinem Beitrag jedoch, warum dieser Ort den Namen Platz früher einmal zu Recht trug: Ein tatsächlicher Platz, der nicht nur dem Auto dient.